Zum Leuchtturm

Zum Leuchtturm

von Virginia Woolf

Buchübersicht

Handlung:
Im Sommerhaus der Ramsays auf den Hebriden sehnt sich der junge James danach, zum Leuchtturm zu segeln, während sein Vater darauf beharrt, dass das Wetter dies verhindern wird. Um diese kleine Enttäuschung scharen sich eine Ehe, ein Haus voller Gäste und das Ringen der Malerin Lily Briscoe, das zu vollenden, was sie sieht. Dann zieht die Zeit durch das leere Haus und bringt Krieg und Verlust mit sich, bevor die Überlebenden zurückkehren, um sich einem alten Versprechen zu stellen.

Lese-Highlights:
Die drei Teile verändern den Zeitmaßstab mit atemberaubender Kontrolle: Ein Abend füllt sich mit Gedanken, ein Jahrzehnt durchquert das Haus in wenigen Seiten, und ein letzter Morgen führt Kunst und Familienerinnerung der Vollendung entgegen. Woolf lässt winzige Gesten das Gewicht von Liebe, Groll, Abwesenheit und Schöpfung tragen. Es ist ein anspruchsvoller, aber ungewöhnlich intimer modernistischer Roman.

Film- und Fernsehadaptionen

Fernsehfilm: To the Lighthouse (1983)

Regie: Colin Gregg für das britische Fernsehen; Vereinigtes Königreich; mit Rosemary Harris, Michael Gough, Suzanne Bertish und Kenneth Branagh. Er bleibt die wichtigste direkte Verfilmung von Woolfs Roman.

Unterschiede zum Buch:
Der Fernsehfilm komprimiert die radikale dreiteilige Behandlung von Bewusstsein und verstrichener Zeit in ein kompaktes Drama und verleiht Material, das oft durch innere Erzählung getragen wird, Dialoge und sichtbare Handlung.

Ausgaben und Übersetzungen

Wahl der richtigen Ausgabe:
Eine vollständige Ausgabe muss die Teile „Das Fenster“, „Die Zeit vergeht“ und „Der Leuchtturm“ enthalten. Anmerkungen zu Woolfs autobiografischen Bezügen und zum Ersten Weltkrieg können die Lektüre vertiefen, aber handlungslastige Einleitungen liest man am besten erst danach. Übersetzer stehen vor der besonderen Aufgabe, die wechselnden Perspektiven und den Satzrhythmus in Passagen zu bewahren, in denen der Sprecher fast unsichtbar wechseln kann.

Autorin und Werk

Virginia Woolf veröffentlichte „Zum Leuchtturm“ im Jahr 1927, zwei Jahre nach „Mrs. Dalloway“, auf dem Höhepunkt ihres formalen Selbstvertrauens. Die Familie Ramsay und ihr Sommerhaus greifen auf Woolfs Erinnerungen an ihre eigenen Eltern und Kindheitsferien zurück, doch die Autobiografie wird durch die gewagte Behandlung der Zeit im Roman transformiert. Lily Briscoes Malerei macht zudem das künstlerische Schaffen zu einem Teil der Antwort des Buches auf den Verlust.

Verlag
BookAI
Veröffentlicht
2026-09-14

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