Mary Barton

Mary Barton

von Elizabeth Cleghorn Gaskell

Mary Barton: Eine Geschichte aus Manchester war der erste Roman der englischen Autorin Elizabeth Gaskell, der erstmals 1848 veröffentlicht wurde. Die Geschichte spielt zwischen 1839 und 1842 in der englischen Stadt Manchester und befasst sich mit den Schwierigkeiten, mit denen die viktorianische Arbeiterklasse konfrontiert war.

Der Roman beginnt in Manchester, wo wir die Bartons und die Wilsons kennenlernen, zwei Arbeiterfamilien. John Barton stellt die Verteilung des Reichtums und die Beziehungen zwischen Reich und Arm in Frage. Bald stirbt seine Frau – er macht ihren Kummer über das Verschwinden ihrer Schwester Esther dafür verantwortlich. Nachdem er bereits seinen Sohn Tom in jungen Jahren verloren hat, muss Barton seine Tochter Mary allein großziehen; er verfällt in Depressionen und beginnt, sich in der Chartisten- und Gewerkschaftsbewegung zu engagieren. Mary nimmt eine Stelle bei einer Putzmacherin an (ihr Vater war dagegen, dass sie in einer Fabrik arbeitet) und wird zum Gegenstand der Zuneigung des fleißigen Jem Wilson und Harry Carsons, dem Sohn eines wohlhabenden Mühlenbesitzers. Sie hofft sehnsüchtig, durch eine Heirat mit Carson ein komfortables Leben für sich und ihren Vater zu sichern, doch unmittelbar nachdem sie Jems Heiratsantrag abgelehnt hat, erkennt sie, dass sie ihn wirklich liebt. Sie beschließt daher, Carson aus dem Weg zu gehen, und plant, Jem im Laufe der Zeit ihre Gefühle zu zeigen. Jem glaubt, dass ihre Entscheidung endgültig ist, was jedoch an seinen Gefühlen für sie nichts ändert.

Kathleen Mary Tillotson schrieb, dass Mary Barton „auf den Annahmen des Chartismus und von Past and Present“ aufbaut, zwei sozialkritischen Werken von Thomas Carlyle.

Der Roman wurde zunächst anonym veröffentlicht, doch die Urheberschaft wurde innerhalb eines Jahres weithin bekannt. Die frühe Aufnahme des Romans war geteilt: Einige lobten seine Ehrlichkeit und Faktentreue, während andere ihn dafür kritisierten, ein verzerrtes Bild der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen zu zeichnen. Die British Quarterly Review nannte es ein „einseitiges Bild“, und die Edinburgh Review meinte, die Kluft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sei übertrieben dargestellt. Dem schlossen sich der Manchester Guardian und die Prospective Review an, doch das Athenaeum, die Eclectic Review, der Christian Examiner und Fraser's Magazine nahmen eine andere Haltung ein. Die ansonsten positive Rezension des Athenaeum warf die Frage auf, ob „es gütig, klug oder richtig sei, die Fiktion zum Vehikel für eine sachliche Darstellung sozialer Missstände zu machen“. Thomas Carlyle schrieb einen Brief an Gaskell, in dem er es als „ein Buch, das seinen Platz weit über dem gewöhnlichen Abfall von Romanen einzunehmen scheint“, bezeichnete.

Verlag
BookAI
Veröffentlicht
2026-07-14

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