Hoichi der Ohrenlose

Hoichi der Ohrenlose

von Lafcadio Hearn

Wenn der Klang der Biwa die Toten weckt – eine der klassischsten japanischen Geistergeschichten.

〈Hoichi der Ohrenlose〉 erzählt die Geschichte des blinden Biwa-Sängers Hoichi, der aufgrund seines meisterhaften Vortrags der Heike Monogatari von den Geistern der Heike-Sippe heraufbeschworen wird. Um ihn zu schützen, schreibt ein Mönch buddhistische Sutren auf seinen gesamten Körper, vergisst jedoch die Ohren, was zu einem ebenso schrecklichen wie traurigen Ende führt. Die Erzählung verbindet Musik, Kriegserinnerungen, buddhistischen Schutz und die Besessenheit der Toten auf engstem Raum.

Lafcadio Hearn adaptierte diese Volkssage ins Englische und machte sie so zu einem repräsentativen Werk japanischer Geisterliteratur für Leser weltweit. Hearns Wanderleben und seine Position zwischen den Kulturen ermöglichten es ihm, lokale Legenden in literarische Werke zu verwandeln, die sowohl fremdartig als auch tief nachempfindbar sind. Er betrachtete Geister nicht als bloßen Schockeffekt, sondern als Echos historischer Traumata.

Vergleichbar mit modernen Werken ließe sich dieser Text mit Kyogoku Natsuhikos Rekonstruktion von Yokai und Wissen lesen oder mit der Anime-Adaption der Heike Monogatari in Bezug auf den Blick der Toten und das Gefühl der Vergänglichkeit kontrastieren. Es ist der ideale Einstieg in die Welt der japanischen Kaidan.

Verlag
BookAI
Veröffentlicht
2026-08-25

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