Handlung:
Die gebildeten Schlegel-Schwestern, die wohlhabende Familie Wilcox und der mittellose Angestellte Leonard Bast bewohnen nebeneinander existierende Milieus in England, die einander selten verstehen. Eine Freundschaft, ein umstrittenes Erbe und eine Reihe gut gemeinter Interventionen führen sie rund um Howards End zusammen – ein Landhaus, das weit mehr als nur Besitz ist. Die Frage, wer dorthin gehört – und wem es vergönnt ist, Kultur, Geld und das gewöhnliche Leben miteinander zu verbinden – treibt Forsters humane, aufwühlende Sittenkomödie voran.
Lese-Highlights:
Das Motto „Nur verbinden“ (Only connect) wird eher auf die Probe gestellt als einfach nur gefeiert. Forster bewegt sich mit Witz zwischen Salons, Bahnreisen, Briefen und unbeholfenen Begegnungen und zeigt auf, wie Empathie versagen kann, wenn sie durch Privilegien isoliert wird. Das Haus sammelt Erinnerungen und moralische Konsequenzen an, bis die Architektur selbst zu fragen scheint, welche Art von England die Charaktere gerade erbauen.
Regie: James Ivory; Vereinigtes Königreich und Japan; mit Emma Thompson, Anthony Hopkins, Helena Bonham Carter und Vanessa Redgrave. Der Film gewann bei der Oscar-Verleihung 1993 drei Academy Awards, darunter Emma Thompson als beste Hauptdarstellerin.
Unterschiede zum Buch:
Der Film verwandelt Forsters leitenden Erzähler und seine gesellschaftlichen Argumente in Blicke, Interieurs, Briefe und Objekte, während er einige Umstände von Leonard Bast und die Kommentare des Romans komprimiert.
Wahl der richtigen Ausgabe:
Eine ungekürzte Ausgabe bewahrt das sorgfältige Muster von Begegnungen und Konsequenzen. Leser, die mit den edwardianischen Klassenunterschieden nicht vertraut sind, bevorzugen möglicherweise Anmerkungen zu Eigentum, Einkommen und gesellschaftlichen Konventionen. Übersetzungen sollten den Hausnamen Howards End klar von besitzanzeigenden Varianten abgrenzen und Forsters Wechsel zwischen Ironie, Intimität und direkter Ansprache beibehalten.
Das 1910 veröffentlichte Werk Howards End steht im Zentrum von E. M. Forsters Karriere, zwischen seinen frühen Gesellschaftskomödien und „Auf der Suche nach Indien“. Forster macht sein wiederkehrendes Thema der „Verbindung“ zu einer Prüfung, die Besitz, Klasse, Kultur und materielle Verantwortung umfasst. Das Landhaus im Roman wurde teilweise von seinem Elternhaus inspiriert, was der Debatte um das Erbe ein intimes emotionales Fundament verleiht.
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