„Verzweifelte Abhilfe“ (Originaltitel: Desperate Remedies) ist der erste veröffentlichte Roman des englischen Autors Thomas Hardy. Es handelt sich um einen sogenannten „Sensation Novel“, da er Themen wie Bigamie, Mord, Illegitimität, Erpressung und Identitätsdiebstahl behandelt. Er wurde 1871 anonym im Verlag Tinsley Brothers veröffentlicht.
In „Verzweifelte Abhilfe“ wird eine junge Frau, Cytherea Graye, durch Armut gezwungen, eine Stelle als Zofe bei der exzentrischen Miss Aldclyffe anzunehmen – der Frau, die ihr Vater einst geliebt hatte, aber nicht heiraten konnte. Cytherea liebt den jungen Architekten Edward Springrove, doch die Intrigen von Miss Aldclyffe, die Entdeckung, dass Edward bereits mit einer Frau verlobt ist, die er nicht liebt, und die dringende Notwendigkeit, ihren kranken Bruder zu unterstützen, treiben Cytherea dazu, die Hand von Aeneas Manston zu akzeptieren. Manston ist der uneheliche Sohn von Miss Aldclyffe, dessen erste Frau angeblich bei einem Brand ums Leben gekommen ist. Ihre Ehe wird jedoch fast sofort für nichtig erklärt, als bekannt wird, dass seine erste Frau das Gasthaus verlassen hatte, bevor das Feuer ausbrach. Manstons Frau kehrt scheinbar zu ihm zurück, doch Cytherea, ihr Bruder, der örtliche Rektor und Edward hegen bald den Verdacht, dass die Frau, die behauptet, Mrs. Manston zu sein, eine Hochstaplerin ist.
Nachdem Hardy Schwierigkeiten hatte, seinen ersten Roman zu veröffentlichen, wurde ihm geraten, „einen Roman mit einem rein künstlerischen Zweck zu versuchen und ihm eine 'kompliziertere' Handlung zu geben, als es bei seinem ersten, unveröffentlichten Roman der Fall war.“ Die Veröffentlichung von „Verzweifelte Abhilfe“ war Hardys Durchbruch und der erste einer langen Reihe von Romanen, die ihn an die Spitze der viktorianischen Literatur katapultierten.
Einige Kritiker führen „quasi-gotische“ Elemente in dem Werk an. Es wurde im Athenaeum und in der Morning Post positiv besprochen. Die Rezension im Spectator hingegen verriss Hardy und sein Werk; das Buch wurde als „verzweifeltes Mittel für einen ausgezehrten Geldbeutel“ bezeichnet, und man warf dem unbekannten Autor vor, er habe „seine Fähigkeiten für den Zweck müßiger Neugier in die Wege der Bosheit missbraucht“. Hardy schrieb über diese Kritik: „Ach... der Spectator ließ seinen schwersten bleiernen Hirtenstab auf die vorzeitig glücklichen Bände niederfahren... die Bitterkeit jenes Augenblicks wurde nie vergessen; in diesem Moment wünschte ich mir den Tod.“ „Desperate Remedies“ ist zudem ein neuseeländisches Filmdrama aus dem Jahr 1993 unter der Regie von Stewart Main und Peter Wells. Er wurde in der Sektion Un Certain Regard bei den Filmfestspielen von Cannes 1993 gezeigt.
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