Handlung:
Nach achtzehn Jahren in der Bastille „ins Leben zurückgerufen“, wird Doktor Manette wieder mit seiner Tochter Lucie vereint und von Paris nach London gebracht. Jahre später kreuzen sich die Lebenswege des französischen Emigranten Charles Darnay und des ausschweifenden englischen Anwalts Sydney Carton um Lucie, während die Revolution Frankreich erfasst. Alte Verbrechen kehren als öffentlicher Zorn zurück, und private Loyalität wird gegen die Maschinerie der Rache auf die Probe gestellt.
Lese-Highlights:
Dickens verleiht dem historischen Umbruch das Tempo eines Thrillers. Doppelgänger, Geheimnisse, Echos und wiederkehrende Bilder verbinden die drei Bücher, während der Kontrast zwischen London und Paris die persönliche Identität politisch gefährlich erscheinen lässt. Im Zentrum steht eine der denkwürdigsten Transformationen der Literatur: ein verschwendetes Leben, das entdeckt, was es noch wert sein könnte.
Regie: Jack Conway für MGM; USA; mit Ronald Colman, Elizabeth Allan, Edna May Oliver, Reginald Owen und Basil Rathbone. Ronald Colmans Darstellung macht diese klassische Hollywood-Version zu einem besonders einprägsamen Einstieg in die Geschichte von Sydney Carton.
Unterschiede zum Buch:
Der Film verdichtet die Handlung der drei Bücher von Dickens, reduziert politisches und sekundäres Material und räumt Sydney Cartons emotionaler und opfervoller Reise eine stärkere Dominanz ein.
Wahl der richtigen Leseausgabe:
Eine vollständige Ausgabe enthält das erste, zweite und dritte Buch mit insgesamt 45 Kapiteln. Anmerkungen zur Bastille, zur Französischen Revolution und zu Dickens' historischen Quellen helfen dabei, Geschichte von Fiktion zu trennen. Vermeiden Sie gekürzte Schulausgaben, wenn Sie die sorgfältig platzierten Wiederholungen erleben wollen, die das Ende so wirkungsvoll machen.
Charles Dickens veröffentlichte „Eine Geschichte aus zwei Städten“ 1859 in wöchentlichen Fortsetzungen in seiner eigenen Zeitschrift „All the Year Round“. Teilweise inspiriert durch Thomas Carlyles Geschichte der Französischen Revolution und Dickens' Mitwirkung an Wilkie Collins' Theaterstück „The Frozen Deep“, ist es sowohl ein historisches Spektakel als auch ein straff konstruiertes persönliches Drama. Seine dreiteilige Architektur ist im Vergleich zu Dickens' größeren Gesellschaftspanoramen bemerkenswert schlank.
In den turbulenten Jahrzehnten der Französischen Revolution verweben sich die Schicksale zweier Städte, London und Paris, und das Leben dreier Hauptfiguren: Lucie Manette, Charles Darnay und Sydney Carton. Nach achtzehn Jahren unschuldiger Haft in der Pariser Bastille wird der gebrochene Dr. Alexandre Manette gerettet und von seiner Tochter Lucie nach England gebracht. Unter ihrer fürsorglichen Pflege findet der alte Mann ins Leben zurück. In London wird Lucie zum strahlenden Mittelpunkt ihres Hauses und zieht verschiedene Männer an. Darunter ist der junge französische Emigrant Charles Darnay, der sich bewusst von seiner Familie, den grausamen und aristokratischen Marquis Evrémonde, losgesagt hat, um ein ehrliches Leben in England zu führen. Ein weiterer Stammgast ist der brillante, aber melancholische und trunksüchtige Anwalt Sydney Carton. Carton führt ein verpfuschtes, bedeutungsloses Leben, empfindet jedoch eine tiefe, uneigennützige Liebe für Lucie. Obwohl er weiß, dass er ihre Hand nicht gewinnen kann, schwört er ihr, dass er für sie oder für jemanden, den sie liebt, jederzeit sein Leben opfern würde. Lucie heiratet schließlich Charles Darnay, und für einige Jahre genießt die Familie ein idyllisches und friedliches Leben in London. Doch in Frankreich entlädt sich die jahrelange Unterdrückung des Volkes in der gewaltsamen Französischen Revolution. Der Sturm auf die Bastille markiert den Beginn der Schreckensherrschaft. Im Jahr 1792 erreicht Darnay ein Hilferuf eines ehemaligen Verwalters seiner Familie, der wegen seiner Verbindung zu den Evrémondes in Paris inhaftiert wurde. Aus Pflichtgefühl und Ehrgeiz reist Darnay heimlich nach Frankreich. Kaum angekommen, wird er als verhasst Aristokrat und Emígré festgenommen und im Gefängnis eingesperrt. Lucie, ihr kleineres Kind und Dr. Manette eilen nach Paris, um ihm zu helfen. Durch seinen einstigen Status als Bastille-Gefangener genießt Dr. Manette hohes Ansehen bei den Revolutionären und schafft es zunächst, Darnay nach einer ersten Gerichtsverhandlung freizubekommen. Doch die Freude währt nur kurz. Darnay wird sogleich erneut verhaftet, diesmal auf Betreiben des Rache suchenden Ehepaars Defarge. Vor dem Revolutionstribunal wird ein altes Dokument verlesen, das Dr. Manette während seiner Haft in der Bastille verfasst hatte. Darin verfluchte der Arzt die gesamte Blutlinie der Evrémondes für das Unrecht, das sie ihm und einer armen Bauernfamilie angetan hatten. Das Tribunal verurteilt Darnay daraufhin zum Tode durch die Guillotine. In dieser ausweglosen Lage greift Sydney Carton ein, der ebenfalls nach Paris gereist ist. Er entdeckt durch Erpressung, dass der Spion Barsad Zugang zum Gefängnis Conciergerie hat. Da Carton Darnay verblüffend ähnlich sieht, verschafft er sich Heimlich Zutritt zu Darnays Zelle. Er setzt Darnay mit einem Narkotikum außer Gefecht, tauscht die Kleidung mit ihm und lässt den bewusstlosen Darnay von Barsad aus dem Gefängnis schaffen. Darnay, Lucie und Dr. Manette gelingt daraufhin die Flucht aus Frankreich. Anstelle von Darnay wird Carton auf dem Todeskarren zur Guillotine gefahren. Auf dem Weg zum Schafott tröstet er eine junge, verängstigte Näherin, die ebenfalls hingerichtet werden soll. Carton tritt der Hinrichtung mit voller innerer Ruhe und Erhabenheit entgegen. In seinen letzten Gedanken sieht er voraus, wie die Grausamkeiten der Revolution enden werden und wie Paris aus den Trümmern neu ersteht. Er sieht Lucie und ihre Familie in Sicherheit und weiß, dass sein Schicksal in den kommenden Generationen in Liebe und Ehre in Erinnerung bleiben wird. Seine letzten ungesprochenen Worte besiegeln sein Opfer: Es ist etwas weit, weit Besseres, das ich tue, als ich je getan habe; es ist eine weit, weit bessere Ruhe, zu der ich gehe, als ich je gekannt habe.
Es war die beste Zeit, es war die schlechteste Zeit, es war das Zeitalter der Weisheit, es war das Zeitalter der Torheit, es war die Epoche des Glaubens, es war die Epoche des Unglaubens, es war die Jahreszeit des Lichts, es war die Jahreszeit der Dunkelheit, es war der Frühling der Hoffnung, es war der Winter der Verzweiflung, wir hatten alles vor uns, wir hatten nichts vor uns, wir steuerten alle direkt in den Himmel, wir steuerten alle direkt in die entgegengesetzte Richtung – kurzum, die Zeit war der gegenwärtigen so ähnlich, dass einige ihrer lautesten Autoritäten darauf bestanden, dass sie, im Guten wie im Schlechten, nur im Superlativ aufgenommen werden durfte.Originaltext: It was the best of times, it was the worst of times, it was the age of wisdom, it was the age of foolishness, it was the epoch of belief, it was the epoch of incredulity, it was the season of Light, it was the season of Darkness, it was the spring of hope, it was the winter of despair, we had everything before us, we had nothing before us, we were all going direct to Heaven, we were all going direct the other way--in short, the period was so far like the present period, that some of its noisiest authorities insisted on its being received, for good or for evil, in the superlative degree of comparison only.Eine Geschichte aus zwei Städten Book 1, Chapter 1. Der Satz etabliert meisterhaft das leitende Thema der Dualität zwischen Paris und London sowie zwischen Hoffnung und Verzweiflung und zählt zu den bekanntesten Anfängen der Weltliteratur.
Es war roter Wein, und er hatte den Boden der engen Straße in der Vorstadt Saint-Antoine in Paris befleckt, wo er verschüttet worden war. Er hatte auch viele Hände befleckt, viele Gesichter, viele nackte Füße und viele Holzschuhe. Die Hände des Mannes, der das Holz sägte, hinterließen rote Spuren auf den Scheitern; und die Stirn der Frau, die ihr Baby stillte, war von dem alten Lappen befleckt, den sie sich wieder um den Kopf wickelte. Diejenigen, die gierig nach den Dauben des Fasses gegriffen hatten, wiesen eine tigerartige Verschmierung um den Mund auf; und ein großer Spaßvogel, der ebenso besudelt war und dessen Kopf mehr außerhalb als innerhalb einer langen, schmutzigen Schlafmütze steckte, schrieb mit seinem in schlammigen Hefehefe getauchten Finger an eine Wand: BLUT.Originaltext: The wine was red wine, and had stained the ground of the narrow street in the suburb of Saint Antoine, in Paris, where it was spilled. It had stained many hands, too, and many faces, and many naked feet, and many wooden shoes. The hands of the man who sawed the wood, left red marks on the billets; and the forehead of the woman who nursed her baby, was stained with the stain of the old rag she wound about her head again. Those who had been greedy with the staves of the cask, had acquired a tigerish smear about the mouth; and one tall joker so besmirched, his head more out of a long squalid bag of a nightcap than in it, scrawled upon a wall with his finger dipped in muddy wine-lees--BLOOD.Eine Geschichte aus zwei Städten Book 1, Chapter 5. Diese kraftvolle Metapher verknüpft das verschüttete Rotwein-Motiv vorausschauend mit dem bevorstehenden Blutvergießen der Revolution und verdeutlicht die extreme Not sowie den aufgestauten Hass der Bevölkerung.
Der größte Segen, zu dem ich jetzt noch fähig bin, Miss Manette, bin ich hierher gekommen zu verwirklichen. Lassen Sie mich für den Rest meines verfehlten Lebens die Erinnerung bewahren, dass ich mein Herz Ihnen geöffnet habe, als Letzter auf der Welt; und dass zu dieser Zeit noch etwas in mir geblieben war, das Sie beklagen und bedauern konnten.Originaltext: “The utmost good that I am capable of now, Miss Manette, I have come here to realise. Let me carry through the rest of my misdirected life, the remembrance that I opened my heart to you, last of all the world; and that there was something left in me at this time which you could deplore and pity.”Eine Geschichte aus zwei Städten Book 2, Chapter 13. Die Passage zeigt den Wendepunkt in Cartons Charakterentwicklung; sie offenbart seinen moralischen Kern und legt das Fundament für seine spätere, selbstlose Opferbereitschaft.
„Es ist eine weit, weit bessere Tat, die ich tue, als ich je getan habe; es ist eine weit, weit bessere Ruhe, in die ich eingehe, als ich sie je gekannt habe.Originaltext: “It is a far, far better thing that I do, than I have ever done; it is a far, far better rest that I go to than I have ever known.”Eine Geschichte aus zwei Städten Book 3, Chapter 15. Es ist der emotionale und thematische Höhepunkt des gesamten Romans, der die Motive der Erlösung, Wiederauferstehung und aufopfernden Liebe in zeitloser Schönheit vollendet.
Viele Filmliebhaber suchen gezielt danach, wer diese berühmte Dickens-Adaption streamt oder wo sie im Netz verfügbar ist. Die bekannteste Verfilmung ist der Hollywood-Klassiker aus dem Jahr 1935 unter der Regie von Jack Conway mit Ronald Colman in der Hauptrolle des Sydney Carton. Da sich die Streaming-Rechte auf den verschiedenen Plattformen jedoch ständig ändern und regional stark variieren, lassen sich keine dauerhaften Angaben zu einzelnen Anbietern machen. Sie müssen jedoch für das Gesamterlebnis nicht nach externen Streaming-Diensten, fremden Archiven oder Online-Bibliotheken suchen, denn Sie können das vollständige Werk direkt hier lesen und tief in die mitreißende Geschichte eintauchen.
Es handelt sich um einen der berühmtesten historischen Romane von Charles Dickens aus dem Jahr 1859. Das Buch zeichnet ein packendes Panorama der Jahre vor und während der Französischen Revolution und verbindet historische Ereignisse mit einer intimen Familiengeschichte. Im Mittelpunkt stehen die gegensätzlichen Schicksale der Städte London und Paris sowie ein dramatischer Beziehungs- und Loyalitätskonflikt zwischen den Hauptfiguren, der bis heute Millionen von Lesern weltweit fasziniert.
Das Werk gilt unbestritten als einer der großen Klassiker der Weltliteratur und lohnt sich für jeden Leser, der historische Spannung und tiefgründige Figurenbeziehungen schätzt. Dickens verzichtet hier auf seine sonst typischen, ausweichenden Nebenhandlungen und liefert ein außergewöhnlich straff konstruiertes Drama ab. Die meisterhafte Gegenüberstellung der friedlichen Straßen Londons mit den blutigen Tumulten in Paris erzeugt eine mitreißende Dynamik, die auch moderne Leser mühelos in ihren Bann zieht.
Die Handlung ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angesiedelt und erstreckt sich über die Jahre vor und während der Französischen Revolution. Als Schauplätze dienen die beiden titelgebenden Hauptstädte London und Paris. Während London als Ort der Zuflucht, des häuslichen Friedens und der Neuanfänge gezeichnet wird, verwandelt sich Paris im Laufe der Erzählung von einem Ort der tiefen sozialen Ungerechtigkeit in einen Hexenkessel aus revolutionärer Gewalt und Angst.
Der finale Ausgang bündelt alle zuvor geschürten Konflikte in einer atemberaubenden Abfolge von Ereignissen in den Gefängnissen von Paris. Wie sich die aufgestaute Rache der Revolutionäre entlädt, welche Entscheidungen in der Dunkelheit der Conciergerie getroffen werden und auf welche Weise die tiefen Versprechen der Figuren ihre Erfüllung finden, gehört zu den eindringlichsten Momenten der Literaturgeschichte. Um die volle Wucht dieser dramatischen Auflösung und die unvergesslichen letzten Zeilen zu spüren, sollten Sie diese Seiten unbedingt im Originaltext selbst nachlesen.
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Miva, die nächste Art zu lesen nach dem Hörbuch
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