Die Leiden des Satans

Die Leiden des Satans

von Marie Corelli

„Die Leiden des Satans“ ging als ein Werk in die Literaturgeschichte ein, das einst einflussreich genug war, um den Massengeschmack zu prägen, heute jedoch oft nur noch am Rande des Kanons wahrgenommen wird. Einst ein Super-Bestseller der viktorianischen Ära, geriet es aufgrund der langjährigen Missachtung seines populären Stils durch die Literaturkritik allmählich in Vergessenheit.

„Die Leiden des Satans“ ist ein Faust-Roman von Marie Corelli aus dem Jahr 1895. Er gilt weithin als einer der ersten Bestseller der Welt – teils aufgrund eines Umbruchs im System der britischen Leihbibliotheken, teils wegen seiner enormen Popularität beim Publikum. Von zeitgenössischen Literaturkritikern wegen Corellis moralisierendem und prosaischem Stil scharf verurteilt, fand das Werk dennoch namhafte Unterstützer, darunter Oscar Wilde und verschiedene Mitglieder des Königshauses. Während es in Literaturkreisen weitgehend ignoriert wurde, wird es heute zunehmend als einflussreicher Text des Fin de Siècle geschätzt. Das Buch trägt gelegentlich den Untertitel „Oder die seltsame Erfahrung eines gewissen Geoffrey Tempest, Millionär“.

Oberflächlich folgt die Handlung der Geschichte eines mittellosen, hungernden Autors namens Geoffrey Tempest. Er ist so arm, dass er mit der Miete im Rückstand ist und sich kaum Licht für sein Zimmer leisten kann, als er drei Briefe erhält. Der erste stammt von einem Freund aus Australien, der zu Reichtum gekommen ist und ihm einen Bekannten vorstellen möchte, der ihn aus der Armut befreien könnte. Der zweite ist eine Mitteilung eines Anwalts, dass er ein Vermögen von einem verstorbenen Verwandten geerbt hat. Der dritte ist ein Empfehlungsschreiben eines ausländischen Aristokraten namens Lucio, der sich mit ihm anfreundet und fortan sein Mentor dabei wird, wie er seinen neuen Reichtum am besten einsetzt. Tempest bleibt trotz Warnungen anderer Menschen während des gesamten Romans ahnungslos darüber, dass Lucio die irdische Inkarnation des Teufels ist. Im Laufe des Buches führt sein Reichtum ins Elend. Schließlich, als er mit der wahren Natur seines Begleiters konfrontiert wird, entsagt er dem Bösen und kehrt mittellos, aber zufrieden mit der Chance auf Seelenreinigung, in die Gesellschaft zurück.

Der Horrorkritiker R. S. Hadji setzte „Die Leiden des Satans“ auf Platz eins seiner Liste der schlechtesten Horrorromane aller Zeiten. Brian Stableford beschrieb Corellis „narzisstische“ Romane wie folgt: „Was Größenwahn und den Ausdruck frommer Wunschvorstellungen betrifft, so war die Faszination des Teufels ein unübertrefflicher Geniestreich“.

Verlag
BookAI
Veröffentlicht
2026-07-15

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