Manon Lescaut wird in dieser Sammlung als Klassiker über Begehren, Status und soziale Inszenierung präsentiert. Zwischen Salons, provinziellen Ambitionen, Privatzimmern und dem glitzernden Stadtleben stellt das Buch die Frage, wie Romantik zur Strategie wird und wie Raffinesse Grausamkeit verbergen kann.
Die Geschichte des Chevalier des Grieux und der Manon Lescaut ist ein Roman von Antoine François Prévost. Er erzählt eine tragische Liebesgeschichte zwischen einem Edelmann (nur als Chevalier des Grieux bekannt) und einer bürgerlichen Frau (Manon Lescaut). Ihre Entscheidung, ohne Trauschein zusammenzuleben, markiert den Beginn eines moralischen Abstiegs, der zu Glücksspiel, Betrug, Diebstahl, Mord und schließlich zu Manons Tod als Deportierte in New Orleans führt.
Die Erzählung wurde erstmals 1731 als letzter Band von Prévosts Fortsetzungsroman „Mémoires et aventures d'un homme de qualité“ veröffentlicht. Im Jahr 1733 wurden alle in Paris zum Verkauf stehenden Exemplare aufgrund des moralisch fragwürdigen Inhalts beschlagnahmt. Dieses De-facto-Verbot trug zu einer Steigerung der Popularität bei und löste nicht autorisierte Nachdrucke aus. 1753 veröffentlichte Prévost Manon Lescaut als überarbeitetes, eigenständiges Buch, welches heute die am häufigsten nachgedruckte Fassung ist.
Der Roman war ungewöhnlich für seine Darstellung des Pariser „Halbwelt-Milieus“ und für die detaillierte numerische Erörterung der Geldprobleme der Liebenden: Beide Aspekte tragen zu seinem Realismus und seiner Aura des Skandals bei. Die Geschichte wird rückblickend von des Grieux erzählt, ein frühes Beispiel für das französische Genre des „Récit confessionnel“ (Bekenntnisroman). Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Figur der Manon unterschiedlich bewertet. Das Publikum des 18. Jahrhunderts sah in ihr eine unwürdige Gestalt, die aufgrund der Aufrichtigkeit ihrer Liebe Mitleid erregte. Reaktionen des 19. Jahrhunderts sahen in ihr ein nahezu mythologisches Sexsymbol, entweder eine Femme fatale, die des Grieux korrumpiert, oder eine „Hure mit Herz“. Heute neigen Wissenschaftler dazu, Manon als Opfer breiterer sozialer Kräfte zu sehen, die durch des Grieux' Schilderung ihrer Erfahrungen verzerrt dargestellt wird.
Der Roman gilt als Klassiker und war 1991 mit über 250 Ausgaben in den vorangegangenen 260 Jahren der am häufigsten nachgedruckte Roman der französischen Literatur. Er wurde vielfach als Theaterstück, Ballett, Film und insbesondere als Oper adaptiert. Die bekanntesten Adaptionen sind die Opern Manon Lescaut von Daniel Auber (1856), Manon von Jules Massenet (1884) und Manon Lescaut von Giacomo Puccini (1893).
Im Kontext des Themas der dekadenten Stadt, der Salons und der gefährlichen Liebe zeigt Manon Lescaut die Freuden und Gefahren einer Welt, in der Geschmack, Geld, Ruf und Sehnsucht ständig ihre Masken tauschen.
Miva, die nächste Art zu lesen nach dem Hörbuch
Hör zu wie bei einem Hörbuch und frag jederzeit alles, was dich interessiert.
Mivas Erzählung startenMiva liest nicht nur vor. Miva erklärt weiter, je nachdem was du fragst.