Jigokuhen (Höllenqualen)

Jigokuhen (Höllenqualen)

von Ryūnosuke Akutagawa

„Jigokuhen“ (Höllenqualen), das 1918 von Ryūnosuke Akutagawa als Fortsetzungsroman in der „Osaka Mainichi Shimbun“ und der „Tokyo Nichinichi Shimbun“ veröffentlicht wurde, basiert auf der Erzählung „Wie der Bildermönch Yoshihide sich freute, sein Haus brennen zu sehen“ aus dem „Uji Shūi Monogatari“. Es ist ein Meisterwerk der mittleren Schaffensperiode Akutagawas, das den Konflikt zwischen Kunst und Moral bis an die Grenzen auslotet. Der Maler Yoshihide, ein unvergleichlicher Meister seines Fachs, der jedoch von allen gemieden wird, erhält vom Fürsten den Auftrag, einen Wandschirm mit der Darstellung der Höllenqualen zu malen. Er beklagt, dass er die Gestalt einer vor Qualen sterbenden Hofdame in einem lodernden Ochsenkarren nicht darstellen könne, ohne sie gesehen zu haben. Als er schließlich mitansehen muss, wie der Wagen, in dem seine eigene Tochter sitzt, in Brand gesetzt wird, spiegelt sich in Yoshihides Gesicht nicht Verzweiflung wider, sondern ein „unbeschreiblicher Glanz“. Dieser schreckliche Moment, in dem kein Opfer für die Kunst zu groß ist, wurde seit seiner Veröffentlichung als Spiegel von Akutagawas eigenem ästhetischen Absolutismus hoch geschätzt.

Die Intensität dieses Werkes zieht Schöpfer über Generationen hinweg in seinen Bann. 1953 adaptierte Yukio Mishima den Stoff als Kabuki-Stück (Takemoto-Drama) in einem Akt und zwei Bildern, das im Kabuki-za mit Nakamura Utaemon und Nakamura Kanzaburō in den Hauptrollen uraufgeführt wurde. Mishima reflektierte über die Mühen, den Jōruri-Stil zu reproduzieren, die ihn „beinahe einen Ohnmachtsanfall erleiden ließen“, doch er widmete sich dieser Arbeit mit Hingabe als seinem ersten selbst gewählten Kabuki-Libretto. 1969 folgte eine Verfilmung durch Toho mit Tatsuya Nakadai und Kinnosuke Nakamura; die Filmmusik stammte von Akutagawas drittem Sohn Yasushi, was eine bemerkenswerte Verbindung über zwei Generationen schuf.

Das von Akutagawa behandelte Thema des „Malers, der für die Kunst sogar das Leben seiner Tochter opferte“, wurde nicht als bloße Schauergeschichte, sondern als Gleichnis über das Schicksal des Künstlers an sich gelesen. Das Ende, in dem Yoshihide sich in der Nacht nach der Vollendung des Wandschirms das Leben nimmt, deutet still auf das Paradoxon hin, dass das Leben des Urhebers im Austausch für die vollendete Kunst verzehrt wird – eine Konstruktion, die später oft mit Akutagawas eigenem Lebensweg verglichen wurde. Im Jahr 2007 wurde ein Teil des handgeschriebenen Manuskripts, das als vernichtet galt, in Kurashiki, Präfektur Okayama, wiederentdeckt, was zusammen mit Manuskripten des unvollendeten Werks „Jashūmon“ das ungebrochene Interesse an diesem Werk unterstrich.

Verlag
BookAI
Veröffentlicht
2026-07-03

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