Handlung:
Eine verschleierte Frau und ihr kleiner Sohn kommen im verfallenden Wildfell Hall an, woraufhin die Nachbarschaft sofort beginnt, Erklärungen zu erfinden. Gilbert Markham fühlt sich zu der verschlossenen Helen Graham hingezogen, doch Zuneigung allein kann die Fragen zu ihrer Vergangenheit nicht beantworten. Als Helen ihm schließlich ihr Tagebuch anvertraut, wandelt sich ein Werbungsgeheimnis in die Geschichte einer Ehe, die durch Grausamkeit, Sucht und die Weigerung des Gesetzes, einer Ehefrau eine einfache Flucht zu ermöglichen, vergiftet wurde.
Lese-Highlights:
Anne Brontë lässt zuerst den Klatsch sprechen und später die Beweise antworten. Briefe umschließen ein Tagebuch, sodass die Leser ihre Urteile revidieren müssen, während Helen die Kontrolle über ihre eigene Geschichte gewinnt. Der Roman ist als Familiendrama fesselnd, doch seine bleibende Kraft bezieht er aus dem schonungslosen Porträt einer Zwangsehe und einer Frau, die ihren Ruf, ihre Sicherheit und das Gesetz aufs Spiel setzt, um sich und ihr Kind zu schützen.
Regie: Mike Barker für die BBC; Vereinigtes Königreich; mit Tara Fitzgerald, Toby Stephens und Rupert Graves. Die dreiteilige Serie ist die bekannteste moderne Leinwandadaption des Romans.
Unterschiede zum Buch:
Brontës Geschichte erreicht Helen durch Gilberts Briefe und ihr langes Tagebuch; die Fernsehversion gestaltet die Chronologie unmittelbarer und linearer und verwandelt schriftliche Zeugnisse in ein inszeniertes Familiendrama.
Wahl einer Leseausgabe:
Wählen Sie eine ungekürzte Ausgabe: Kürzungen können die fundierte Schilderung von Arthur Huntingdons Niedergang und Helens praktischem Kampf um Unabhängigkeit schwächen. Anmerkungen zur Ehe im 19. Jahrhundert, zum Sorgerecht und zum Eigentumsrecht verheirateter Frauen verdeutlichen die Hintergründe. Achten Sie bei Übersetzungen darauf, dass sowohl Gilberts Rahmenbriefe als auch Helens Tagebuch intakt bleiben, da der Wechsel der Erzählperspektive zentral für das Buch ist.
Anne Brontë veröffentlichte den Roman 1848 unter dem Pseudonym Acton Bell. Es war ihr zweiter und letzter Roman, und die direkte Behandlung von Alkoholismus, ehelicher Grausamkeit und der Flucht einer Frau vor ihrem Ehemann unterschied ihn deutlich von der herkömmlichen Literatur über die Brautwerbung. Das Buch zeigt die am wenigsten mythologisierte Brontë-Schwester mit ungewöhnlicher moralischer Strenge und praktischer Aufmerksamkeit für die Einschränkungen, die das Leben von Frauen bestimmten.
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