Bekenntnisse (Confessiones)

Bekenntnisse (Confessiones)

von Augustinus von Hippo

Buchübersicht

Hintergrund:
Augustinus von Hippo verfasste die Confessiones zwischen 397 und 400 n. Chr. auf Latein. Das Werk erinnert an seine Ausbildung, sein Verlangen, intellektuelle Irrtümer und seine Bekehrung, ist aber auch ein langes, direkt an Gott gerichtetes Gebet. „Confessio“ bedeutet daher das Eingeständnis von Sünde, ein Bekenntnis des Glaubens und Lobpreis.

Zusammenfassung der Handlung:
Beginnend mit Kindheit und Jugend fragt Augustinus, warum er nach Ansehen, Wissen und sinnlicher Erfüllung strebte und wie sich sein Leben durch Erfahrungen in Mailand veränderte. Die letzten Bücher wenden sich vom erinnerte Leben der Erinnerung, der Zeit, der Schöpfung und der Interpretation der Genesis zu; sie sind keine konventionelle Fortsetzung der Biografie.

Literarische Form:
In dreizehn Büchern wird die Autobiografie immer wieder zu Philosophie, Schriftauslegung und Gebet. Augustinus berichtet nicht einfach von einer abgeschlossenen Vergangenheit. Er untersucht, wie das Gedächtnis diese Vergangenheit konstruiert und ob Sprache die innere Erfahrung angemessen beschreiben kann, was dem Werk sowohl Intimität als auch intellektuelle Tiefe verleiht.

Filmverfilmungen

Sant'Agostino (2010)

Regie: Christian Duguay
Produktionsländer: Italien, Deutschland und Polen
Hauptdarsteller: Alessandro Preziosi, Franco Nero
Grund für die Aufnahme: Diese TV-Miniserie bietet eine fundierte dramatische Aufbereitung der religiösen und politischen Welt von Augustinus.
Unterschied zum Buch: Sie wandelt inneres Gebet und philosophische Reflexion in sichtbare Ereignisse und Konflikte um, während sie auf späteres biografisches Material außerhalb der Confessiones zurückgreift.

Übersetzungen und Ausgaben

Hauptausgabe:
E. B. Puseys englische Übersetzung verwendet staatstragende religiöse Prosa des 19. Jahrhunderts. Sie ist historisch einflussreich, aber oft syntaktisch anspruchsvoll. Erstleser bevorzugen möglicherweise eine moderne Übersetzung mit historischen und philosophischen Anmerkungen; für wissenschaftliche Zwecke sollten Buch- und Kapitelzählung beibehalten werden, um einen Vergleich mit dem Lateinischen zu ermöglichen.

Leseempfehlung:
Die ersten neun Bücher können als Lebensgeschichte gelesen werden. Ab Buch X sollte man das Tempo verringern und die Erörterungen über Gedächtnis, Zeit und Interpretation als eigenständige philosophische Abhandlungen betrachten.

Autor und Werk

Kulturelle Bedeutung:
Die Bekenntnisse haben die westliche Autobiografie und das introspektive Schreiben tiefgreifend geprägt, doch ihr Zweck ist nicht bloße Selbstdarstellung. Augustinus liest ein Leben als eine Beziehung zwischen der Seele und Gott neu – eine Form, die spätere religiöse Zeugnisse, Philosophie und psychologische Erzählkunst weiter transformiert haben.

Verlag
BookAI
Veröffentlicht
1909-01-01

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