Schwester Carrie ist ein Roman aus dem Jahr 1900 von Theodore Dreiser (1871-1945) über eine junge Frau, die in die Großstadt zieht, wo sie beginnt, ihren eigenen amerikanischen Traum zu verwirklichen. Zunächst wird sie die Mätresse von Männern, die sie als überlegen wahrnimmt, später jedoch eine berühmte Schauspielerin. Er wurde als der „größte aller amerikanischen Großstadtromane“ bezeichnet.
Ende 1889 reist die 18-jährige Caroline Meeber – für ihre Familie „Schwester Carrie“ –, unzufrieden mit ihrem Leben in Columbia County, Wisconsin, mit dem Zug nach Chicago, um bei ihrer älteren Schwester Minnie Hanson und deren Ehemann zu leben. Im Zug lernt Carrie Charles Drouet kennen, einen Handelsreisenden, der sich von ihrer schlichten Schönheit und ihrer unbedarften Art angezogen fühlt. Sie tauschen Kontaktdaten aus, doch als Carrie den „unaufhörlichen Kreislauf der Mühe“ und die düstere Atmosphäre in der Wohnung ihrer Schwester entdeckt, schreibt sie an Drouet und bittet ihn, sie dort nicht zu besuchen. Carrie findet bald Arbeit an einer Maschine in einer Schuhfabrik und gibt den Großteil ihres kargen Lohns den Hansons für Kost und Logis. Als sie eines Tages nach einer Krankheit ihre Stelle verliert, trifft sie Drouet wieder. Er überredet sie, dieses stumpfsinnige, beengte Leben hinter sich zu lassen und bei ihm einzuziehen. Um seine Absichten zu unterstreichen, steckt er Carrie zwei 10-Dollar-Scheine zu, was ihr eine Welt materieller Möglichkeiten eröffnet. Am nächsten Tag weist er ihren schwachen Versuch ab, das Geld zurückzugeben und ihre Tugend zu bewahren; er geht mit ihr in einem Chicagoer Kaufhaus einkaufen und kauft ihr eine Jacke, Schuhe und andere Kleidung. In dieser Nacht zieht sie bei ihm ein.
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