Lass nicht locker: Wer glücklich sein will, muss lernen, nicht anzuhaften – Wer Erfüllung sucht, muss lernen loszulassen

Lass nicht locker: Wer glücklich sein will, muss lernen, nicht anzuhaften – Wer Erfüllung sucht, muss lernen loszulassen

von Du Yuqing

Erst wenn man keine Spuren hinterlässt, merkt man, wie kurz die Zeit ist; wer Träume hat, dem erscheint das Leben nicht kalt.

Das Leid im Leben ist keine göttliche Fügung, sondern entsteht aus der eigenen Unwissenheit. Das Glück im Leben ist kein göttliches Geschenk, sondern wird durch die eigene Weisheit erschaffen.

▪ Das Gespräch unter der Bettdecke

„Wenn die Decke uns keine Wärme geben kann und wir sie erst wärmen müssen, warum decken wir uns dann überhaupt damit zu?“

Über diese Frage hatte Shi Ke noch nie nachgedacht. Er überlegte einen Moment ernsthaft und antwortete: „Die Decke gibt uns zwar keine Wärme, aber sie bewahrt unsere Körpertemperatur.“

Als Shi Ran die Antwort hörte, lächelte er wissend in der Dunkelheit.

„Dass wir täglich Sutren rezitieren und den Buddha anbeten, ist so, als lägen wir unter einer Decke. Die Pilger, die täglich zum Tempel kommen, sind wie die Decke, die uns bedeckt. Solange wir ein brennendes Buddha-Herz bewahren, wird die Decke, die die unzähligen Lebewesen repräsentiert, schließlich von uns gewärmt werden, nicht wahr?“

▪ Der Angler

Shi Ran beobachtete eine Weile, wie ein Mann einen großen Fisch fing. Zu seiner Überraschung warf der Angler den Fisch, nachdem er den Haken gelöst hatte, einfach zurück ins Wasser.

Später fing der Angler einen kleinen Fisch, kaum eine halbe Handspanne lang, und legte diesen in seinen Korb. Er packte seine Rute ein und wollte gehen. Shi Ran eilte ihm nach.

„Wenn es Ihnen nicht nur um die Freude am Angeln geht, warum behalten Sie dann den kleinen Fisch und lassen den großen frei?“

Der Angler lachte und antwortete:

„Wenn ich den großen Fisch mitnähme, würde er nicht auf meine Teller passen. Außerdem leben nur meine Frau und ich im Haus. So wird nichts verschwendet und wir werden satt – ist das nicht genau richtig?“

▪ Der Unterschied zwischen Mensch und Wildschwein

„Warum einen Zaun bauen?“ Onkel Jie Yan schien von Shi Rans Vorschlag wenig begeistert zu sein, ganz im Gegensatz zu den anderen.

„Um die Wildschweine fernzuhalten“, antwortete Shi Ran überrascht. Wie konnte Onkel Jie Yan das nicht wissen?

„Dann frage ich dich: Warum baue ich Gemüse an?“, fragte Jie Yan zurück.

„Damit alle davon essen können.“

„Und warum wühlen die Wildschweine im Gemüse?“

„Auch, um zu essen.“

„Was ist dann der Unterschied zwischen Mensch und Wildschwein? Beide müssen essen. Ich baue Gemüse an, um zu essen. Ob nun ein Mensch isst oder ein Wildschwein – wo ist da der Unterschied?“

|Besonderheiten dieses Buches|

Aus der Perspektive eines kleinen Mönchs, der in einem Tempel praktiziert, erzählt dieses Buch in kurzen, philosophischen Dialogen von der Zen-Bedeutung im Alltag. Es hilft dem Leser, Weisheit zu erlangen und gleichzeitig eine müde Seele zu wärmen.

Verlag
崧燁文化
Veröffentlicht
2021-11-22
ISBN
9789865169329

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