Liang Qichao – Eine kritische Biografie: Familientradition und Lehrzeit, Transformation und Entscheidungen, Erfolge und Grenzen – Eine Analyse des Lebens und der akademischen Werke eines Giganten der Sinologie

Liang Qichao – Eine kritische Biografie: Familientradition und Lehrzeit, Transformation und Entscheidungen, Erfolge und Grenzen – Eine Analyse des Lebens und der akademischen Werke eines Giganten der Sinologie

von Wu Tingjia, Shen Dade

Er lebte in der Übergangszeit von der feudalen Gesellschaft zur Moderne;

seine Gelehrsamkeit besaß den Charakter, das Vergangene fortzuführen und den Weg für die Zukunft zu ebnen.

Lange Zeit wurde Liang Qichao als politische Figur von Historikern unterschiedlich bewertet, gelobt und kritisiert...

Die Autoren dieses Buches analysieren Liang Qichaos akademische Aktivitäten mit der Ruhe und Strenge eines Historikers, zeigen seine Leistungen sowie Grenzen auf und präsentieren den Lesern den „authentischsten“ Begründer der modernen Sinologie!

▎Wiege im Umbruch

Der junge Liang Qichao wuchs in einer friedlichen Wiege auf. Diese Wiege war stabil und fest, bot Schutz vor Wind und Regen und ließ ihm gleichzeitig den Freiraum zum Wachsen. Eine liebevolle Mutter sang ihm Schlaflieder, ein belesener Großvater vermittelte ihm Wissen, und ein strenger Vater spornte ihn zu Fortschritt an. Das einfache Leben prägte den Willen des Jungen vom Lande, alte Buchrollen bildeten die Noten seiner idyllischen Kindheit, und tiefe familiäre Zuneigung wärmte sein junges Herz. Doch die Welt außerhalb der Wiege war nicht friedlich; China stand am Vorabend eines gewaltigen Umbruchs, und die ganze Welt befand sich im Sturm.

▎Familientradition und Lehrzeit

Im Alter von achtzehn Jahren verließ Liang Qichao das Xuehai-Tang-Kolleg und wurde Schüler von Kang Youwei. Im folgenden Jahr gründete Kang die Wanmu-Gras-Hütte, in der Liang sein bester Schüler wurde und als Assistent fungierte. Als Kang „Untersuchung der gefälschten Klassiker der neuen Gelehrsamkeit“ schrieb, übernahm Liang die Korrektur. Als Kang „Konfuzius als Reformer“ verfasste, war Liang an der Redaktion beteiligt. Die vier Jahre in der Wanmu-Gras-Hütte waren der Wendepunkt in Liangs Karriere und Wissenschaft. Unter Kangs Anleitung gab Liang die traditionelle Han-Gelehrsamkeit auf und nahm reformistische Ideen und politische Ansichten an, was die Voraussetzung dafür schuf, dass er später ein herausragender politischer Theoretiker, Propagandist und Sozialaktivist wurde.

▎Transformation und Entscheidungen

Akademisch war er wissbegierig und lernte fieberhaft westliche Lehren, um seine Defizite auszugleichen. Er gründete in Shanghai das Datong-Übersetzungsbüro mit dem ehrgeizigen Ziel, westliche Bücher und zeitgenössische Theorien in großem Stil zu übersetzen. Die Zeitung „Shiwu Bao“ und die Shiwu-Schule waren seine beiden Hauptstützpunkte. Zudem beteiligte er sich aktiv an der Gründung der „Zhixin Bao“ und der „Landwirtschaftszeitung“. In dieser Zeit neigten Liang und seine Freunde vorübergehend zu einer übermäßigen Verwestlichung, doch unterbewusst spürte er die Gefahr dieser Tendenz. Allmählich begann in seinem Kopf die Idee zu keimen, die Sinologie mithilfe westlicher Gelehrsamkeit zu reformieren und eine neue Nationalkunde aufzubauen.

▎Elegie auf den Konstitutionalismus

Von 1905 bis 1919 kämpfte Liang Qichao in einem fortwährenden politischen Strudel. Seine akademische Arbeit wurde stark beeinträchtigt. Zeitgenossen und Nachwelt bewerteten ihn aufgrund seiner komplexen Erfahrungen und schnellen Wandlungen in dieser Zeit sehr unterschiedlich. Einige sagten, er hielte stets Schritt mit der Zeit; andere nannten ihn opportunistisch und doppelzüngig. Liang selbst befand sich in einem inneren Krieg zwischen seinem „Ich von heute“ und seinem „Ich von gestern“, im Konflikt zwischen Wissenschaft und Politik sowie in den Streitigkeiten der Parteipolitik – es war die schmerzhafteste Phase seiner Seele.

▎Ein Großmeister seiner Generation

Liang Qichao verfügte über reiches Wissen und Lebenserfahrung. Ob in der neuen oder der alten Gelehrsamkeit, er besaß eine unabhängige Meinung, einen kritischen Blick sowie die Fähigkeit, beides miteinander zu verschmelzen. Trotz mancher extremer oder einseitiger Ansichten war seine „Rückkehr“ im Kern der Versuch, im Konflikt zwischen alter und neuer Kultur seinen eigenen Platz zu finden. Mit seiner besonderen Ausstrahlung versammelte er eine Gruppe gleichgesinnter Akademiker um sich. In der chinesischen Kultur- und Gelehrtengeschichte ist er ein leuchtender Pionier, dessen Forschungsergebnisse einen epochemachenden Wendepunkt markieren.

Besonderheiten des Buches: Dieses Buch untersucht das gesamte akademische Wirken des Aufklärers Liang Qichao anhand einer chronologischen und fachlichen Struktur. Sein akademischer Kern liegt in der Verbindung von Alt und Neu sowie in der Vermittlung zwischen China und dem Westen, wodurch er das Fundament für die moderne Wissenschaft legte. Die Autoren analysieren ihn mit wissenschaftlicher Distanz und begegnen ihm gleichzeitig mit Empathie und Verständnis.

Verlag
崧燁文化
Veröffentlicht
2023-02-15
ISBN
9786263571211

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