Der 1884 veröffentlichte Roman „Gegen den Strich“ (auch bekannt als „À rebours“) von Joris-Karl Huysmans schildert das Leben von Jean des Esseintes, dem letzten Spross einer verfallenden Adelsfamilie. Angewidert von der Banalität der Pariser Gesellschaft, zieht sich des Esseintes in eine abgelegene Villa zurück und widmet sich der isolierten ästhetischen Kontemplation. Die Erzählung, die weitgehend auf eine traditionelle Handlung verzichtet, beschreibt akribisch seine exzentrischen Experimente und seinen raffinierten Geschmack in Kunst, Literatur, Parfums und exotischer Flora. Durch diese aufwendigen Kreationen erschafft er eine künstliche Welt, die seine tiefe Ablehnung des bürgerlichen Lebens und der konventionellen Moral verkörpert. Dieses wegweisende Werk gilt als bahnbrechendes Beispiel der Dekadenzliteratur, markiert eine bedeutende Abkehr vom Naturalismus und beeinflusste Persönlichkeiten wie Oscar Wilde und die Symbolismus-Bewegung maßgeblich.
Lesbarkeitsindex: 51,3 (10. bis 12. Klasse). Etwas schwierig zu lesen.
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