Die Geliebte

Die Geliebte

von Thomas Hardy

**Das Ideal, das niemals bleibt・Thomas Hardys letzter und philosophischster Roman**

*Die Geliebte: Skizze eines Temperaments* (Originaltitel: *The Well-Beloved*) ist Thomas Hardys letzter veröffentlichter Roman, der erstmals 1892 als Fortsetzungsgeschichte erschien und 1897 in einer umfassend überarbeiteten Buchfassung veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zu Hardys bekannteren Sozialtragödien ist dieser Roman eine psychologische Untersuchung von Schönheit, Begehren und der schwer fassbaren Natur der idealen Liebe.

**Ein Leben auf der Jagd nach einem Ideal**

Die Geschichte folgt Jocelyn Pierston, einem erfolgreichen Bildhauer, der vierzig Jahre lang das verfolgt, was er die „Geliebte“ nennt – eine idealisierte weibliche Essenz, von der er glaubt, dass sie ständig von einer Frau zur nächsten wandert. Überzeugt davon, dass wahre Schönheit niemals in einer einzelnen Person verweilen kann, verliebt sich Pierston in drei Generationen der Familie Caro und glaubt jedes Mal, dass derselbe vollkommene Geist in einer neuen Gestalt zurückgekehrt ist. Seine lebenslange Suche offenbart allmählich, dass er nicht realen Frauen nachjagt, sondern einem unerreichbaren Ideal seiner eigenen Vorstellungskraft.

**Stein, Zeit und die Illusion von Beständigkeit**

Angesiedelt auf der fiktiven „Isle of Slingers“ (basierend auf der Isle of Portland in Dorset), verbindet der Roman Hardys Faszination für Landschaften, geologische Zeit und die menschliche Sterblichkeit. Die wiederkehrenden Bilder von Stein und Skulptur betonen den Kontrast zwischen dem Versuch der Kunst, Schönheit für immer zu bewahren, und dem unvermeidlichen Vergehen der Zeit, das sowohl Menschen als auch Ideale verwandelt.

**Ein philosophischer Roman seiner Zeit voraus**

Oft als einer von Hardys philosophischsten Romanen angesehen, erkundet *Die Geliebte* Themen wie Obsession, Altern, künstlerisches Schaffen, Identität, Illusion und die Unmöglichkeit, Perfektion zu besitzen. Obwohl das Werk nie die Popularität von *Tess von den d'Urbervilles* oder *Jude der Unverstandene* erreichte, erkennen moderne Kritiker es häufig als eines von Hardys psychologisch anspruchsvollsten Werken an, das viele Anliegen der modernistischen Literatur des 20. Jahrhunderts vorwegnimmt.

Hinter der Erzählung über das endlose Streben eines Mannes verbirgt sich Hardys leises, abschließendes Urteil über die Liebe selbst: Dass das, was wir jagen, selten ein Mensch ist, sondern eine Schönheit, die die Zeit uns niemals lassen würde.

Verlag
BookAI
Veröffentlicht
2026-07-02

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